Lucy_unleashed fragt – Atomic Breath antworten – das Interview

(Atomic Breath, Photo Lucy_unleashed)

Atomic Breath nennen ihren Sound schlicht und sehr treffend Kajjū-Metal: ein monströser Mix aus Crust, Death, Groove und Thrash Metal, gebaut aus tanzbaren Riffs, brachialen Drums, saftigen Bässen und kreischendem Geschrei. Der Name ist dabei Programm: Atomic Breath bezeichnet Godzillas ikonische Hauptattacke – den blauen nuklearen Laserstrahl aus seinem Maul. Genau diese rohe, ungefilterte Härte wollen Atomic Breath in die Gehörgänge ihrer Fans jagen.

Entstanden ist die Band aus der Idee von Georg Deutschmann an der Gitarre, der Felix Aschauer am Schlagzeug für ein Metalprojekt begeistern konnte. Im gemeinsamen Proberaum kam bald Martin Götsch am Bass dazu, um den einschneidenden Riffs noch mehr Tiefe und Gewicht zu geben. Zunächst wurde instrumental an den ersten Songs gefeilt, bevor nach mehreren Proben mit verschiedenen Sängern schließlich Anton Leis als Stimme von Atomic Breath feststand. Wenige Wochen später waren auch die Texte fertig – und Atomic Breath wurde zu dem, was es heute ist: ein HardnHeavy Brett mit eigenem Biest im Bauch.

(Atomic Breath, Photo Lucy_unleashed)

Musikalisch geht es der Band nicht nur um Härte, sondern um Bewegung. Ihr Sound soll groovy und tanzbar bleiben, auch wenn es einem dabei ordentlich die Wirbelsäule sortiert. Neben Metal-Größen wie Korn, Sepultura oder Metallica fließen auch Einflüsse jenseits des Genres ein: Punkige Kanten, fast Rap-artige Momente à la Limp Bizkit und experimentelle Elemente finden ebenso Platz wie ruhige Soli, massive Breakdowns und schnelle Riffs. Oder, wie die Band es selbst auf den Punkt bringt: Was wäre der Sturm ohne die Ruhe davor?

Der kreative Prozess beginnt meist mit einer Idee – einem Riff, einer Struktur, einem Impuls – und wird dann im Proberaum gemeinsam zerlegt, erweitert und neu zusammengesetzt. Atomic Breath wollen Musik machen, die sie selbst hören möchten: kompromisslos, herausfordernd, aber immer mit Spaß an der Sache. Dabei bleibt der Anspruch klar: Neues ausprobieren, musikalisch wachsen und trotzdem unverkennbar nach Atomic Breath klingen.

(Atomic Breath, Photo by Artist)

Live ist die Band ein zentraler Motor. Die Energie auf der Bühne, das direkte Feedback aus dem Publikum und das Gefühl, dass die eigene Musik wirklich ankommt, treiben sie an, weiter an neuem Material zu arbeiten. Einfach ist das Banddasein dennoch nicht: Merch, Konzerte, Designs, Bühnenshows, Proben, Aufnahmen und Social Media müssen eigenständig gestemmt werden. Umso wichtiger ist der Zusammenhalt in der lokalen Szene. Statt Neid erleben Atomic Breath in der Tiroler Hardcore- und Metal-Landschaft Euphorie, gegenseitige Unterstützung und echtes Miteinander.

Ein zweites Album steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Tür – aber wer die Band live sieht, bekommt bereits jetzt beinahe das gesamte kommende Material zu hören. Und sobald es an die Aufnahmen geht, wollen Atomic Breath ihre Fans über Social Media mit hinter die Kulissen nehmen. Teaser inklusive. Bis dahin gilt: folgen, live anschauen, Nackenmuskulatur vorbereiten. Der Kaijū ist wach.

(Atomic Breath Merch, Lucy_unleashed)

Lucy_unleashed: „Für alle, die euch noch nicht kennen. Wer ist Atomic Breath – und wofür steht ihr als Band?“

Atomic Breath: „Atomic Breath ist eine Metal Band, die verschiedene Elemente aus Crust, Death, Groove und Thrash Metal kombiniert. Diesen einzigartigen Mix aus tanzbaren Riffs, brachialen Drums, saftigen Bässen und kreischendem Gesang nennen wir ganz einfach Kaijū-Metal. Wir wollen als Atomic Breath ein ungefiltertes HardnHeavy Erlebnis bieten und uns musikalisch immer wieder herausfordern, um neue Horizonte zu erreichen.“

Lucy_unleashed: „Euer Name klingt nach Druck, Energie und Eskalation. Wie ist Atomic Breath entstanden?“

(Atomic Breath, Photo by Artist)

Atomic Breath: „Atomic Breath ist wohl das geistige Kind von Georg, der Felix für ein gemeinsames Projekt begeistern konnte. Im gemeinsamen Proberaum hat es dann nur kurze Zeit gebraucht bis Martin mit ins Projekt geholt wurde. Daraufhin wurde dann vorerst ohne Vocals an den ersten Songs gefeilt. Nach verschiedenen Proben mit unterschiedlichen Sängern, haben wir uns schlussendlich für Anton als Leadsänger von Atomic Breath entschieden.“

Lucy_unleashed: „Wenn Ihr Euren Sound in wenigen Worten beschreiben müsstet: Was macht Atomic Breath unverwechselbar?“

Atomic Breath: „Der Sound von Atomic Breath hat unserer Meinung nach die nötige Härte für unser Genre, bleibt aber trotzdem groovy und tanzbar. Das ist eine ganz eigene Mischung, die sich bei uns aus vielen unterschiedlichen Einflüssen zusammensetzt.“

Lucy_unleashed: „Was war die ursprüngliche Idee hinter der Band – und wie sehr hat sich diese Vision inzwischen verändert?“

Atomic Breath: „Die ursprüngliche Idee der Band war schon immer Musik zu produzieren, die man selber gern hören würde und dabei Spaß zu haben – und wir glauben, dass es im Kern immer darum gehen wird. Es geht uns mittlerweile auch darum, uns musikalisch herauszufordern, viel neues zu probieren, aber im Kern doch noch einen Sound zu erschaffen, der sich unverwechselbar nach Atomic Breath anhört.“

Lucy_unleashed: „Wie entstehen Eure Songs: eher spontan aus einem Riff heraus oder mit einem klaren Konzept im Kopf?“

(Atomic Breath, Photo by Lucy_unleashed)

Atomic Breath: „Meistens bringt ganz unabhängig vom Instrument in der Band jemand eine Idee für ein Riff oder eine Songstruktur mit in den Proberaum und von da an wird gemeinsam experimentiert und ausprobiert in welche Richtung sich der Song entwickelt. Im Laufe der nächsten Proben wird dann noch am Feinschliff gearbeitet, bis der Song sich dann auch live hören lässt.“

Lucy_unleashed: „Eure Musik hat Wucht, aber auch Atmosphäre. Wie wichtig ist Euch das Spannungsfeld zwischen Härte und Stimmung“

Atomic Breath: „Platz für ruhige Intro, psychedelische Soli, aber auch wuchtige Breakdowns und schnelle Riffs sind in unserer Musik sehr wichtig. Darauf versuchen wir in vielen Songs zu achten. Was wäre schon der Sturm ohne die Ruhe davor?“

Lucy_unleashed: „Welche Einflüsse prägen Euch, ohne dass Ihr Euch davon einengen lässt?“

Atomic Breath: „Viel unserer Musik ist natürlich von Metal-Größen wie Korn, Sepultura, Metallica etc. inspiriert, aber wir hören alle auch weit außerhalb von Metal verschiedene andere Genres. Auch diese Musikrichtungen fließen teils in unsere Songs ein.“

Lucy_unleashed: „Was bedeutet Euch die Live-Situation? Ist Atomic Breath auf der Bühne erst wirklich komplett?“

Atomic Breath: „Auf jeden Fall. Musik für sich und seine Freund zu machen, macht viel Spaß, aber die Werke dann auch live präsentieren zu dürfen, spornt einen noch viel mehr an. Die Energie auf einer Bühne ist einfach unbeschreiblich und gerade live zu sehen, dass unsere Musik Anklang findet, motiviert uns maßgeblich, um an neuem Material zu arbeiten.“

Lucy_unleashed: „Wie erlebt Ihr aktuell die Szene für harte, eigenständige Bands, besonders im regionalen Umfeld?“

Atomic Breath: „Besonders einfach ist es natürlich nicht als eigenständige Band. Insbesondere, wenn man sich selbst um Merch, Konzerte, Designs, Bühnen-Show, Probezeiten und Aufnahmen kümmern muss. Ganz nebenbei sollte man sich in unserer Zeit auch noch regelmäßig auf allen möglichen Social Media Plattformen präsentieren, um überhaupt relevant zu bleiben. Das ist alles oft nicht leicht alleine zu stemmen, aber genau da macht die lokale Szene, das was sie am besten kann: zusammen halten. Unsere Tiroler Hardcore- und Metal Bands sind gut vernetzt und anstelle von Neid spürt man Euphorie und gegenseitige Begeisterung für die Musik. Einerseits kann es als kleine Band oft sehr anstrengend sein, aber auch wir sind froh, dass wir Teil der Szene sind und wiederum neuen Bands helfen können Fuß zu fassen, so wie auch wir diese Hilfe erlebt haben.“

Lucy_unleashed: „Was kommt als Nächstes – und warum sollte man Atomic Breath jetzt im Auge behalten?“

Atomic Breath: „Das zweite Album ist ehrlicherweise nicht in allzu naher Zukunft zu erwarten, aber es lohnt sich auf dem Laufenden zu bleiben und uns auf Social Media zu folgen, um auch kommende Konzerte nicht zu verpassen. Live könnt Ihr nämlich schon jetzt beinahe das gesamte zweite Album hören. Außerdem werdet Ihr, sobald es an die Aufnahmen geht auf Social Media auch hinter die Kulissen mitgenommen und Ihr werdet sicher schon den ein oder anderen Teaser zu hören bekommen.“

Lucy_unleashed: „Danke für das Gespräch, viel Erfolg für die Zukunft und wir von X-Act werden unsere Leser sicher auch über Neuigkeiten betreffend Atomic Breath auf dem Laufenden halten.“

Wer Atomic Breath live verstehen will, muss sich nur an ihren Auftritt im Prometheus Keller erinnern: ein enger, direkter Clubraum ohne Distanz und Filter, dieser modrig-süße, fast verwesungsnahe Kellergeruch aus Schweiß, Bier und Nebelmaschine – und mittendrin ein Sound, den man nicht nur hörte, sondern körperlich bewohnte. Genau dort wurde Kaijū-Metal zu dem, was er sein soll: roh, unmittelbar und lebendig.

Lucy_unleashed

Text und Interview Lucy_unleashed