„Tilda“ – das neue Album von Prinz Grizzley, die Geschichte des Albumcovers

(Prinz Grizzley, Photo Credit: Bastian Gruebl, zur Verfügung gestellt von Prinz Grizzley)

In wenigen Tagen veröffentlicht Prinz Grizzley sein neues Album „Tilda“. Das Albumcover zeigt ein Foto von Richard Lasher, nämlich den Vulkanausbruch des Mount St. Helen. Die Geschichte hinter dem Foto erzählte uns Prinz Grizzley im Rahmen eines Interviews. (siehe auch Bericht X-Act vom 22. August 2026)

Prinz Grizzley: „Ich habe zufällig das Foto von Richard Lasher entdeckt und da hatte ich einen Geistesblitz. Ich wusste genau, welche Songs auf dem Album sein sollten, ob ich noch neue Songs schreiben muss. Auch die Reihenfolge der Songs war mir sofort klar – ich habe dann gleich die Tracklist aufgeschrieben. An einem Abend habe ich das Album sozusagen im Konzept erstellt.“

Die Geschichte hinter dem Foto: Am 18. Mai 1980 wollte Richard Lasher sehr früh aufstehen, um einige Fotos am Lake Spirit zu schießen. Dazu kam es aber nicht. Er verschlief um etwa eine Stunde und das rettete ihm wahrscheinlich das Leben. Viele andere Fotografen hatten nicht so viel Glück und mussten ihr Leben dort lassen. Richard Lasher war gezwungen wegen der gewaltigen Eruption des Mount St. Helen seine Fahrt zu beenden. Er blieb stehen und hielt den Moment mit einem Foto fest, das seinen eigenen roten Ford Pinto und die Yamaha IT Enduro am Anhänger im Vordergrund zeigt.

(Album Cover „Tilda“, Photo: Richard Lasher, zur Verfügung gestellt von Prinz Grizzley)

Am nächsten Tag fuhr Richard Lasher noch einmal mit seinem Motorrad in den betroffenen Bereich, um weitere Fotos zu machen. Er war bereits in der gesperrten Zone, als er von einem Hubschrauber entdeckt wurde. Er wurde festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Sein Motorrad wurde dabei zurück gelassen.

Richard Lasher war ein sehr ruhiger Typ. Anfänglich hat er seine Geschichte Freunden und Arbeitskollegen erzählt. Mit der Zeit war er aber anscheinen der Geschichte überdrüssig und meldete sein Telefon und seinen FB-Account ab. Niemand schien mehr zu wissen, wie man Richard Lasher erreichen kann.

Prinz Grizzley: „Als ich die Basics für die Platte aufgenommen hatte, dachte ich mir, ich muss mich um das Copyright vom Bild kümmern. Ich habe recherchiert, bin aber auf herkömmlichen Weg nicht weiter gekommen. Letztes Jahr im Dezember habe ich dann KI zur Hilfe genommen. Innerhalb von drei Tagen hatte ich Kontakt mit Richard Lashers Sohn und habe herausgefunden, dass Richard Lasher noch lebt. Die KI hat mir eine FB-Seite von Boing-Mitarbeitern, die pensioniert sind, vorgeschlagen. Außerdem solle ich mich an das Washington State Archiv wenden, weil dort das Foto liegt. Ich habe mich an das Archiv gewendet, die haben mir vorerst nicht weiter helfen können. Ich habe dann einen Post auf der FB-Seite gemacht und innerhalb von drei Stunden hat mir sein Neffe zurück geschrieben. Nur wenige Tage später hatte ich dann Kontakt mit Richard Lasher persönlich. Er hat mir dann die Rechte gegeben, dass ich das Foto verwenden darf.“

Mehr über Prinz Grizzley – https://prinzgrizzley.com