X-Act: Hallo Seraina, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten. Im Herbst warst Du gemeinsam mit Shakra und Kissin` Dynamite auf der Bühne zu sehen, im Winter standen die „X-Mas Acoustic Nights“ auf dem Programm. Anfang dieses Jahres hieß es – Frauenpower, als Du Dir mit Jules Mitch und Jennifer Haben die Bühne geteilt hast. Nach einigen Sommerfestivals startet Anfang September Deine „Green Tour 2026″. Wie hältst Du Dich für diese vielen Auftritte stimmlich fit?“
Seraina Telli: „Hi, X-Act, ich freue mich auf das Interview. Um stimmlich fit zu bleiben, ist es wichtig, so oft als möglich zu singen und das mit einer guten Technik. Des Weiteren schaue ich sehr darauf, mich gesund zu ernähren, um die „Strapazen“ des Tourens körperlich gut zu meistern und fit zu bleiben. Stimmliche Fitness hat aber auch sehr viel mit der mentalen Gesundheit zu tun, deshalb ist es mir wichtig, mit guten Leuten unterwegs zu sein und ich freue mich darauf, auch im Herbst wieder mit tollen und professionellen Leuten auf Tour zu sein.“

X-Act: „Im Jänner konnten die Fans mit Beyond the Black, Setyoursails und Dir drei charismatische, kraftvolle Sängerinnen live erleben. Wie war die Tour mit den beiden Bands?“
Seraina Telli: „Es war eine tolle und erfolgreiche Tour und meine Musik konnte viele neue Fans gewinnen. Und natürlich freue ich mich immer, auch andere Power-Frauen im Line-Up zu sehen.“

X-Act: „Die X-Mas Acoustic Night in München war ein sensationelles Konzert mit tollen Musikern. Hast Du für die heurige Adventszeit wieder Acoustic Nights geplant?“
Seraina Telli: „Vielen Dank! Meine X-Mas Shows mit „Seraina Telli & Friends“ werden auch dieses Jahr wieder im selben Zeitraum stattfinden. Die Dates sollten bald announced werden können.“

X-Act: „Die Tournee mit Kissin`Dynamite und Beyond the Black hast Du gemeinsam mit Mike Malloth am Schlagzeug bestritten. In welcher Besetzung wirst Du die „Green Tour 2026″ bestreiten?“
Seraina Telli: „Mit Mike spiele ich seit über zehn Jahren live (auch in meiner Prog-Rock-Band Dead Venus). Im Herbst werden wir dann zu dritt mit dem Bassisten Lukas unterwegs sein. Das wird ein Power-Trio!“
X-Act: „Im Rahmen der „Green Tour 2026″ stehen Konzerte in Spanien, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland auf dem Programm. Kommen eventuell noch weitere Termine dazu, im Süden Deutschlands und in Österreich sind derzeit noch keine Shows geplant?“
Seraina Telli: „Mein Team arbeitet an weiteren Dates in Österreich, Belgien, Frankreich, …. Da gibt es aber noch nichts, das ich bereits veröffentlichen könnte.“

X-Act: „Bei so vielen Live-Auftritten – wo bleibt da noch die Zeit neue Songs zu schreiben?“
Seraina Telli: „Immer, hahaha. Songwriting braucht für mich nicht per se Zeit und einen ruhigen Raum. Ich habe Ideen und setze die meist erst einmal in meinem Kopf zusammen, mache Aufnahmen von Melodien und Textideen und kann das dann auch später am Instrument umsetzen. Ich schreibe eigentlich immer, sprich Musik umgibt mich tagtäglich, den ganzen Tag. Da gibt es nicht so etwas wie Feierabend. Oft kommt die Inspiration für neue Songs sogar in „stressigen“ Zeiten. Und in den paar Tagen / Wochen, wo ich zu Hause bin, arbeite ich dann an den Ideen und mache Demos oder Aufnahmen.“
X-Act: „Gibt es für Dich Vorbilder, wo Du sagst, solche Songs möchte ich auch schreiben?“
Seraina Telli: „Es gibt viel Musik und Musiker, die mich inspirieren, das würde ich aber nicht mehr als Vorbild beschreiben. Ich habe eine Idee, ein Idealbild, von mir als Musikerin und von meiner Musik im Kopf und das ist mein Vorbild, darauf arbeite ich hin.“
X-Act: „Nach dem Erfolg Deines Debütalbums sind „Addicted to Color“ und „Green“ an der Spitze der Schweizer Charts gelandet. Erzeugt das Druck beim Schreiben neuer Songs?“
Seraina Telli: „Nicht beim Schreiben. Der Druck kommt mehr bei dem Promoten des Albums. Beim Schreiben versuche ich so gut es geht, alles fern zu halten, was dem „einfach Kreieren“ im Weg stehen könnte. Ich habe da auch keine Angst, dass ich plötzlich schlechte Songs schreibe oder so. Es ist einfach das, was ich mache und solange ich das liebe, was ich mache und mein ganzes Herz hinein stecke, wird es gut. Das heißt nicht, dass es immer jedem gefallen muß, aber es wird gut.“

X-Act: „Wie findest Du Themen für neue Songs?“
Seraina Telli: „Ach eigentlich überall. Ich schreibe gerne über „alltägliche“ Dinge, wie ein Spiegel der Gesellschaft. Das kann manchmal überspitzt, schon fast lustig, in Songs umgesetzt werden. Da gehen die Themen auch nie aus, right?“
X-Act: „Auf „Green“ findet sich mit „Get Back“ auch ein Beatles Cover. Wie kam es dazu?“
Seraina Telli: „Die Beatles habe ich durch meine Karriere als Musikerin immer wieder angetroffen und natürlich bin ich ein Riesen-Fan von den Songs und der Attitude, die diese Jungs damals an den Tag gelegt haben. Irgendwie finde ich immer ein Cover, dass grad zu der aktuellen Platte passt, weil ich das auch einfach gerne mache. Das Beatles Cover war also schon fast ein Zufall, der sich einfach sehr gut anfühlte. bin gespannt, was mir für das nächste Album über den Weg laufen wird. haha.“
X-Act: „Viele Musikjournalisten versuchen ja die Künstler in verschiedene Schubladen zu stecken. Bei Dir tun sie sich da ziemlich schwer. Ist das so beabsichtigt?“
Seraina Telli: „Das ist nicht beabsichtigt. Ich möchte einfach authentisch sein und nicht irgendwelchen Trends folgen. Viele Leute sagen, dass es nicht mehr möglich ist, neue Musik zu erfinden. Ich sehe das nicht so. Vielleicht ist das Business einfach exzentrische Künstler nicht mehr gewohnt? Für mich ist das, was ich mache, völlig normal und ich müsste mich sehr verstellen, um andere Musik zu schreiben. Da geht es nie um Genres. Meine Helden aus alten Zeiten (Prince, Judas Priest, Bowie, Bush …) haben sich niemals solche Gedanken gemacht, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich denke auch, dass dieses extrem Genre spezifische Schreiben und Aufbauen von Acts, wahrer Kreativität im Wege steht und einschränkt.“

X-Act: „Auf den „BlacknWhite Sessions findet man „I`m not sorry“ mit Clementine Delauny. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?“
Seraina Telli: „Nun, ich war mehrere Male mit ihrer Band Visions of Atlantis auf Tour, zuletzt auf ihrer North America Tour 2025. Wir haben uns sehr gut verstanden und es ist auch eine Art Freundschaft entstanden. Ich habe sie einfach gefragt und sie sagte ja, :-)“
X-Act: „Gibt es Musikerinnen oder Musiker mit denen Du in Zukunft gerne einen gemeinsamen Song performen würdest?“
Seraina Telli: „Oh jaaa, sooo viele, die kann ich gar nicht alle nennen. Ich liebe Collaborations und möchte in Zukunft noch ganz viele machen. Die nächste ist schon am Brodeln, ihr dürft gespannt sein.“
X-Act: Vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir viel Erfolg mit den anstehenden Sommerfestivals und der „Green Tour 2026″ und hoffen, dass wir Dich bald wieder live erleben dürfen.“
Seraina Telli: „Vielen Dank, es war mir eine Freude. Stay Colorful & CU on the road.“
Mehr über Seraina Telli – https://www.serainatelli.com
Fotos: Stefan Köck, Michael Stecher, Alex Meine – https://www.meine-momentum.de


