Lucy_unleashed trifft The Röad Crew! und Liquid Steel

Am 28.12.2025 wurde im pmk in Innsbruck der Geburtstag von Lemmy Kilmister gefeiert – mit Österreichs lautester Motörhead Tribute Band – The Röad Crew, und Lucy_unleashed war vor und hinter der Bühne für Euch dabei.

If you call it cover, you missed the point. Es ist einer dieser Abende im pmk, an denen man spürt, dass das Jahr nicht leise zu Ende gehen will. Kein Rückblick, kein Innehalten – sondern Vorwärtsdrang. The Röad Crew aus Wien betreten die Bühne nicht als Nostalgie-Act, sondern als kollektive Bewegung: laut, präzise, körperlich. RocknRoll nicht als Museum, sondern als Zustand. Schon der Einstieg mit „Iron Fist“ und „Killers“ lässt keinen Zweifel an der Richtung. „Damage Case“, „Stay Clean“, „No Voices in the Sky“ – die Songs werden nicht abgefeiert, sie werden gelebt. Kein Sicherheitsabstand, keine Pose. Spätestens bei „We are the Röad Crew“ ist klar: Das ist keine Behauptung, das ist Selbstverständnis. Die Setlist liest sich wie ein Manifest der Straße – Motörhead, Judas Priest, Ramones, Metallica – doch live wird daraus etwas Eigenständiges. „Metropolis“ und „America“ stehen nicht als Zitate im Raum, sondern als Haltung.

Besonders im Mittelteil zeigt sich, wie bewusst die Band mit Dynamik umgeht: „Love me Forever“, „Love me like a reptile“, „Dancing on Your Grave“ schaffen Raum, bevor mit „Shoot You in the Back“ und „Going to Brazil“ wieder beschleunigt wird. „The Chase is Better …“ wirkt dabei fast programmatisch – nicht das Ankommen zählt, sondern die Bewegung selbst.

Guest Spot in der Pause – Liquid Steel als Verbindung. In der Pause gehört die Bühne nicht der Stille, sondern Liquid Steel. Kein klassischer Support, sondern ein Guest-Spot – persönlich verbindend, aus der Szene heraus entstanden. Das Intro wird zum Ständchen: ein musikalischer Gruß zum 40. Geburtstag von Fabio, dem charismatischen Sänger der Band. Einer, der nicht nur Stimme ist, sondern auch Dreh- und Angelpunkt – er hat The Röad Crew überhaupt erst ins pmk geholt.

Der Moment wirkt ehrlich und unprätentiös. Besonders Kathi, erst seit März Teil der Band, überzeugt mit einer selbstverständlichen Präsenz. Keine Überzeichnung, kein Beweisdrang – und genau das rührt selbst die alten Hasen im Showbusiness. Liquid Steel arbeiten aktuell am vierten Album und stehen vom 23. bis 28. März 2026 beim Full Metal Mayrhofen auf der Bühne. Der Guest-Spot wirkt wie ein Atemzug zwischen zwei kraftvollen Teilen des Abends – kein Bruch, sondern Verbindung.

Nach der Pause – verdichtete Energie. Nach der Pause zieht die Energie noch einmal an. Das Zusammenspiel wirkt gelöster und zugleich fokussierter, die Band und das Publikum werden ein Universum. Das pmk reagiert unmittelbar: kein Beobachten mehr, sondern Mitgehen. „God was never on Your Side“ bekommt eine fast konzentrierte Schwere, bevor „Hellraiser“ und „Born to raise Hell“ das Ventil wieder öffnen.

Der Schlussteil ist pure Eskalation: „Heroes“, „Killed by Death“, „Ace of Spades“, „Overkill“ – und schließlich „Motörhead“. Kein Pathos, kein großes Finale. Nur ein letzter, ehrlicher Energieausstoß. Schweiß, Lächeln, erschöpfte Arme.

Über die Menschen hinter The Röad Crew erzählt uns Lucy_unleashed in einem eigenen Artikel, der in den nächsten Tagen erscheinen wird.

Text und Fotos: Lucy_unleashed