35 Jahre Metal, Schlamm, Staub, Wahnsinn – und Geschichten, die man wahrscheinlich nirgendwo sonst erleben würde. Wacken ist längst mehr als ein Festival. Für ein paar Tage wird ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein zum Mittelpunkt einer ganz eigenen Welt. Zehntausende Menschen kommen aus allen Richtungen, mit unterschiedlichen Sprachen, Geschichten und Leben – verbunden durch eine Sache: die Musik. Man kommt wegen der Bands. Und man bleibt wegen der Menschen.
Wegen dieser besondern Gemeinschaft auf dem Holy Ground. Wegen spontaner Begegnungen, neuer Freundschaften, vollkommen absurden Momenten und diesem Gefühl, dass hier irgendwie jeder dazu gehört. Das Wetter? Zweitrangig. Regen wird Schlamm. Sonne wird Staub. Schlaf wird überbewertet. Und irgendwo zwischen dem ersten Riff und dem letzten Bier versteht man wieder, warum Wacken seit 35 Jahren funktioniert: Es muss nicht perfekt sein. Es muss echt sein.

My Wacken Hihglights: ARCH ENEMY – Eines meiner absoluten Highlights: erstmals in Wacken mit ihrer neuen Frontfrau Lauren Hart. Die US-amerikanische Sängerin, zuvor Frontfrau von Once Human, übernahm 2026 das Mikrofon von Alissa White-Gluz und schlägt damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Melodic-Death-Metal-Ikonen auf (VISIONS.de). Und live? Was für ein Einstand. Lauren Hart mit unglaublicher Präsenz, brutalen Growls und einer Energie, als hätte sie schon immer genau dort hingehört. Dazu perfekter Sound, strahlender Sonnenschein und bestes Wacken-Wetter – ARCH ENEMY auf dem Holy Ground unter blauem Himmel. Für mich ganz klar: One of those Wacken moments you don`t forget.

My Wacken Highlights: TRIPTYKON – Während Sabaton zeitgleich die große Bühne zum Beben brachten, stand ich vor der Louder Stage bei TRIPTYKON. Und dann wurde der Sound aufgedreht. Dieser Moment hat mich komplett erwischt. Die Gitarren wurden schwerer, tiefer, beinahe körperlich spürbar – und plötzlich war da nur noch diese massive, düstere Soundwand. TRIPTYKON beamed me straight into Doom Metal in a way I had never experienced before. Keine große. Show nötig. Nur Dunkelheit, Schwere und dieser monumentale Sound, der dich einfach verschluckt. Während anderswo, die große Metal-Schlacht tobte, öffnete sich auf der Louder-Stage ein völlig anderer Abgrund – And I fucking loved it.
- Steckbrief:
- Band: TRIPTYKON
- Gegründet: 2008 (Schweiz)
- Gründer: Tom Gabriel Fischer (ex-Celtic Frost)
- Mitglieder: (aktuelle Kernbesetzung)
- Tom Gabriel Fischer – Vocals, Guitar
- V. Santura – Guitar
- Vanja Šlajh – Bass
- Norman Lonhard – Drums
- Stage: Louder Stage (Wacken Open Air)
- Genre: Doom / Extreme Metal
- Vibe: düster, schwer, hypnotisch
- Highlight: massive Soundwand statt klassischer Bühnenshow

My Wacken Highlights: THE GATHERING – auf der Louder Stage – beim Sonnenuntergang. Und nach 30 Jahren zurück in Wacken. 1996 standen THE GATHERING zuletzt auf dem Holy Ground. 2026 kehrten sie zurück – für ihre einzige Deutschland Show des Jahres. 30 Jahre dazwischen. Und dann dieser Moment: Die Sonne verschwand langsam hinter dem Holy Ground, der Himmel wechselte seine Farben – und dazu dieser unverwechselbare, melancholisch-atmosphärische Sound von THE GATHERING. Nach all der Härte und Lautstärke plötzlich dieses Gefühl von Weite, Melancholie und beinahe schwereloser Ruhe. THE GATHERING at Sunset. Back at Wacken after 30 years. Pure magic. Einer dieser seltenen Festivalmomente, bei denen Musik, Licht und Geschichte für ein paar Momente vollkommen miteinander verschmelzen.
- Steckbrief:
- Band: THE GATHERING
- Gegründet: 1989, Niederlande
- Genre: Atmospheric / Progressive Rock & Metal – mit Wurzeln im Doom Metal
- Wacken: 1996 und 2026
- Pause dazwischen: 30 Jahre
- 2026: einzige Deutschland Show
- Stage: Louder Stage
- Vibe: melancholisch, sphärisch, hypnotisch
- Highlight: 30 years later, same Holy Ground, one unforgettable sunset

Text und Fotos: Lucy_unleashed


