Und wieder einmal auf dem Weg ins Münchener Tollwood zu einem Konzert von Parov Stelar. Einlass ist um 17:30, also starte ich kurz vor 16:00 – dann fallen wegen einer Störung drei S-Bahnen hintereinander aus und ich warte eine satte Stunde am BHF Kirchseeon – Bravo DB (Ironie!!!) Als die S-Bahn dann endlich wieder fährt, brauche ich ca. 40 Minuten bis Trudering, dort steige ich dann in die übervolle U2 um und erreiche das Tollwood statt um 17:15 erst um 18:40.
Der erste Gig vom Opener El Siciliano ist gerade beendet, nun folgt Schiller. Ein deutsches Musikprojekt, gegründet 1999 von Christopher von Deylen und Mirko von Schlieffen, das Anfangs in erster Linie cluborientierte elektronische Musik performte – mit unterschiedlichen Begleitmusikern und Sänger/innen wird computergesteuerte Elektromusik orchestral präsentiert. Die ersten LPs „Zeitgeist“, „Weltreise“ und „Leben“ sind melodiöse Dokumentationen des Hauptakteurs von Deylen. Einflüsse aus der Zeit des Krautrocks, Enigma und ähnliches sind deutlich hörbar. Mir persönlich ist das ganze zu elektronisch und künstlich, ein großer Synthie und viel Elektronik, zu wenig echter Groove, einfach wie KI und wenig musikalische Tiefe.

Dann ab ca. 20:10 ein Mega-Gig von Parov Stelar und seiner Band – mit insgesamt vierzehn Musikern von Weltformat wird von Anfang an ein Soundteppich hingelegt, der das ganze Zelt zum Kochen bringt – mit acht Streichern, drei Bläsern, einem Sänger und der neuen Sängerin Elena Karafici wird Electrodixie, House Jazz und Pop zu einem pompösen Megasound, der seit 2000 weltweit Millionen Fans gewonnen hat. Der österreichische DJ und Produzent Parov Stelar, bürgerlich Marcus Füreder, ist der international erfolgreichste österreichische Künstler der Gegenwart. Ob vor 200.000 Fans in NYC oder L.A. oder Sydney – dieser Sound geht um die Welt. Parov Stelar liefert seit seinem ersten Hit „Kiss Kiss“ im Jahr 2004 ununterbrochen, als Produzent, als Live-Performer, an den Turntables mit seiner Band und auch als anerkannter Maler und Designer. Dieser Mann ist ein kreatives Genie – hier und heute werden auch Songs aus seiner letzten CD „Artefact“ präsentiert.
Die Show wird eindrucksvoll mit Bildern in Schwarz Weiss sowie stimmungsvollem Licht und Nebeleffekten untermalt. Die Band überzeugt mit musikalischer Perfektion und bester Spiellaune, das hier ist einfach nur noch Mega Mega – besser geht es nicht. Das Publikum geht begeistert mit – Parov Stelar gehört zum Besten was du aktuell erleben kannst, ein Megastar ohne Allüren und eine Live-Performance, die ihresgleichen sucht.

Text und Fotos: Gonzo Gonzito Gonzales


