Max von Milland – ein Blick zurück, einer nach vorne

(Foto: Max von Milland und Die brennenden Herzen by Jakob Lauber)

Am Beginn des Neuen Jahres haben wir die Möglichkeit mit Max von Milland über vergangene Auftritte und Veröffentlichungen, aber auch über seine Pläne für 2026 zu sprechen.

X-Act: „Hallo Max, seit unserem letzten Telefoninterview im Juni 2024 ist viel passiert. Kurz nach unserem Interview hast Du mit Band bei der ersten Ausgabe des Bridge Beat Festivals gespielt. Wie hast Du die Veranstaltung erlebt?“

Max von Milland: „Es war ein super Konzert im Rahmen einer tollen Veranstaltung. Mein Auftritt war am ersten Abend, das Wetter war super, die anderen Musiker ein Wahnsinn, es war eine tolle Stimmung. Die Organisation des Festivals war extrem professionell – die Bühne, die Techniker, das ganze Drum herum. Es war ein Mega cooles Konzert. Für mich war es eine tolle Erinnerung auch, ich habe ja in Innsbruck studiert. Dadurch, dass das Festival, das erste Mal stattgefunden hat, konnte man sich auch nichts vorstellen. Wir haben etwas in Richtung eines Stadtfestes erwartet – es war schon in die Richtung, aber auf einem extrem hohen Level. Es hat richtig Spaß gemacht.“

X-Act: „Bei diesem Auftritt habt Ihr ein Cover eines Songs von Wir sind Helden gespielt. Hast Du des öfteren Covers im Programm?“

Max von Milland: „Wir haben immer wieder einen Cover Song mit dabei. Für längere Zeit hatten wir Wir sind Helden auf der Setlist, wir haben aber schon Coldplay gecovert. Für die nächste Tour planen wir eventuell ein Lied von STS mit ins Programm zu nehmen. Für mich, als Musiker ist es interessant, meine eigene Herkunft oder meinen musikalischen Background zu zeigen, aber auch den jeweiligen Musikern Tribut zu zollen. Wenn ich einen Song eines Künstlers auf meine Art und Weise interpretiere, macht es das auch für das Publikum sehr interessant. Die Covers lockern oft auch das Set auf, das sind Songs, die das Publikum kennt und abfeiert. Du siehst, ein Cover ins Programm zu nehmen, hat für uns unterschiedliche Gründe“

X-Act: „Einige Tage vor Deinem Sonnenaufgangs-Konzert in Seefeld hast Du die EP „Hoi“ auf den Streamingportalen veröffentlicht. Darauf enthalten ist der „Kloane Bauer“ – ein sehr besonderes, sehr kritisches, aber auch sehr wahres Lied. Wie sind da die Reaktionen Deiner Fans auf diesen Song?“

Max von Milland: „Die Reaktionen waren sehr cool. Es ist ja heutzutage schwierig, dass sich die Hörer auf so eine Geschichte und so viel Text überhaupt einlassen. Geschrieben habe ich das Lied kurz nach der Geburt meines Sohnes – da habe ich öfters auf dem Klavier das Thema von Mackie Messer gespielt. Dabei ist mir dazu der Text eingefallen – in maximal einem oder zwei Tagen war der Text fertig, er hat sich sozusagen von alleine erzählt. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, aber jeder, der im Alpenraum in einem touristisch erschlossenen Gebiet wohnt, hat die gleiche oder eine ähnliche Geschichte erlebt – deshalb erhalte ich bei denen Konzerten immer ein super Feedback auf den Song. Jeder ist sich des Problems bewusst, es ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Der Tourismus hat aber halt zwei Seiten – einerseits bringt er einen wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand, aber er bringt auch Probleme und weniger schöne Dinge. In Südtirol ist Over-Tourismus gegenwärtig ein sehr großes Thema.“

X-Act: „Vor einem Jahr erschien Deine EP „Max von Milland und Freinde“. Was schätzt Du an der Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern

Max von Milland: „Bei meinen ersten drei Alben habe ich alles alleine gemacht – das Songwriting, die Aufnahmen etc. Aber wenn Du alles alleine machst, entwickelst Du Dich künstlerisch nur schwer weiter. Ich habe mich dann geöffnet mit anderen Musikern zu schreiben und das hat mir geholfen andere Inputs zu bekommen – ich habe gesehen, das ist eine gute Herangehensweise oder eine andere Perspektive. Mittlerweile liebe ich beide Arten des Songwritings. Ich schreibe wieder den Großteil der Songs alleine, aber ich gönne mir immer wieder eine Songwriting-Session oder eine Kollaboration mit anderen, damit ich mich austauschen und weiter entwickeln kann. Diese Arbeiten mit anderen Künstlern sind sehr inspirierend.“

X-Act: „Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Ringlstetter gekommen?“

Max von Milland: „Ringlstetter kenn ich schon ewig, ungefähr fünfzehn Jahre. Am Anfang meiner Karriere, als der Song „Leg di her“ erschienen ist, hat mich Ringlstetter in seine Sendung eingeladen. Damals haben wir uns kennengelernt und auf Anhieb verstanden und dabei ist eine Freundschaft entstanden. Ringlstetter ist auch mein Mentor geworden, weil er den ganzen Weg auch schon gegangen ist. Er und die Sportfreunde Stiller sind so meine Mentoren.“

X-Act: „Wenig später hast Du das Live-Album „Hoi aus Bozen“ veröffentlicht. Bei dem Konzert singt Ihr bei vier Liedern mit dem Chor Choriosum. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?“

Max von Milland: „Im Rahmen der Hoi-Tour haben wir das Finale in Bozen gespielt. Es war ein sehr emotionales Konzert im Walther Saal, den wir ausverkauft haben. Es war ein toller Abend, wir waren am Ende der Tour sehr gut eingespielt, das Publikum war fantastisch. Wir haben das Konzert mitgeschnitten und ich habe danach gesagt, des ganze war so eine coole Geschichte – das wird mein erstes Live Album. Mit Choriusum, einem Südtiroler Chor, hatte ich schon länger geplant, etwas gemeinsam aufzunehmen. So hat es sich ergeben, dass sie bei den ersten beiden und bei den zwei letzten Songs mit uns auf der Bühne standen – das war eine sehr schon Aufwertung des Abends.“

X-Act: „Die Live-CD gibt es bei Dir im Shop. Hast Du, wie schon bei einigen Alben vorher geplant, das Album als Vinyl zu veröffentlichen?“

Max von Milland: „Für das Live-Album ist das nicht geplant. Es gibt leider nicht die entsprechende Nachfrage. Online und Digital interessiert das Publikum sehr, aber CDs und auch Vinyl ist weniger gefragt. Wobei es wichtig wäre, dass die Unterstützung für lokale Künstler und Bands wieder mehr forciert wird.“

X-Act: „Da können wir Dir absolut Recht geben. Als Online Magazin, das vor allem auch über Musikerinnen und Musiker im Raum Westösterreich, Südtirol, der Schweiz und Bayern berichtet, finden wir es sehr wichtig, dass die Hörer wieder vermehrt zu den kleineren Konzerten kommen und diese Künstler mit dem Kauf von Merchandise und Platten unterstützen. Nur so wird es weiterhin eine bunte und abwechslungsreiche lokale Musikszene geben.“

(Foto: Jakob Lauber)

X-Act: „Wirst Du beim Sonnenaufgangs Konzert wieder in reduzierter Besetzung auftreten oder werden diesmal „Die brennenden Herzen“ dabei sein?“

Max von Milland: „Mit den brennenden Herzen – das ist jetzt meine fixe Formation. Die Auftritte im Trio waren nur eine Übergangslösung, jetzt spielen wir in der Besetzung Emily Ferri (Gesang, Keys), Teresa Staffler (Gesang, Keys, Akkordeon), Simon Gamper (Gesang, E-Bass, Blech, Akkordeon, E-Git, Lapsteel), Robert Nogler (Schlagzeug) und meine Wenigkeit.“

X-Act: „Gibt es neben Deinen Live-Terminen auch Pläne für neue Songs oder ein neues Album?“

Max von Milland: „Aktuell sind wir im Studio, ab März werden neue Songs erscheinen, vorerst nur zum streamen. Diese Songs werden wir dann im Herbst im Rahmen der „Lei Liebe – Tour“ live vorstellen.“

X-Act: „Seit einiger Zeit hast Du einen Fanklub, dem man über Deine Homepage beitreten kann. Was können sich unsere Leser unter diesem Fanklub vorstellen?“

Max von Milland: „Der Fanklub ist eine Community, über die man mehr Informationen, mehr Einblicke und Zugang zu einzelnen exklusiven Songs oder Videos erhältst. Eine gute Idee für Fans mehr über ihre Lieblingskünstler zu erfahren.“

X-Act: „Danke für Deine Zeit und für das sehr angenehme und informative Gespräch, viel Erfolg auf Deiner Tour und mit Deinen Songs. Wir werden uns heuer sicher einmal bei einem Deiner Konzerte sehen.“

Die Live-Fotos wurden beim Sonnenaufgangskonzert in Seefeld aufgenommen. Auch heuer findet am 22.08. ein Sonnenaufgangskonzert statt. – Nähere Informationen findet Ihr auf http://www.maxvonmilland.com