„Tilda“ heißt das neue Album von Prinz Grizzley. Wir haben ihn in Dornbirn getroffen und konnten ihm – gemütlich vor dem Roten Haus – einige Fragen stellen.
X-Act: „Anfang Oktober erscheint Dein neues Album „Tilda“. Am 19. September ist die CD-Präsentation in Dornbirn geplant. Inwiefern unterscheidet sich „Tilda“ von seinen Vorgängern?“
Prinz Grizzley: „Mein Stil ist schon im Großen und Ganzen gleich geblieben. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt Death Metal oder Punk-Rock spiele, aber das neue Album ist sicher ruhiger. Die Musik ist reduzierter, es gibt zum Beispiel einige Songs darauf, die nur von der Akustik-Gitarre begleitet werden. Meine Band, die Beargaroos sind allerdings schon wieder dabei. Das ganze Album folgt einem roten Faden. Es sind Songs zum Durchhören. Nach den Aufnahmen zum letzten Album „Dear Leftovers“, wo ich teilweise einfach zu wollte und wir musikalisch viel in die Songs reinpacken wollten, war das wieder ein Schritt zurück zu reduzierten Songs. Wie ich dann das Foto von Richard Lasher vom Vulkanausbruch des Mount St. Helen gesehen habe, war es wie ein Geistesblitz. Ich hatte ein total klares Bild von meinem neuen Album – ich wußte, welche Songs ich verwenden will, die bereits existierten und welche Songs ich neu schreiben muss. Ich habe eine Tracklist erstellt, mir überlegt mit welchem Song ich starten will, bei welchem Song noch zusätzliche Instrumente hinzugefügt werden müssen. An einem Abend hatte ich das Album im Konzept zusammengestellt. Auf dem Album sind dann bis auf die Overdubs alle Songs in einem Take eingespielt worden. Die Songs vom Album handeln von meinen Großeltern in den verschiedenen Phasen ihres Lebens. Wie sie sich damals gefühlt haben könnten. Wie es ihnen in bestimmten Zeiten ihres Lebens ergangen ist. Teilweise aus der Sicht meiner Oma und dann wieder aus der Sicht meines Opas. Meine Oma heißt Mathilda, deshalb „Tilda“.
X-Act: „Damit erübrigt sich meine nächste Frage nach der Bedeutung des Albumtitels. Mit „Irene“ auf dem Album „Come on in“ und „Magdalena“ auf „To my green Mountains Home“ sowie „Corrina“ auf „Dear Leftover“ hattest Du ja bereits mehrmals Frauennamen als Songtitel.“
Prinz Grizzley (lacht): „Frauennamen sind bei mir omnipräsent. „Irene“ ist der einzige Song, der keine Bezugsperson hat. „Corinna“ hieße meine ehemalige Backgroundsängerin. Als sie nach Wien gegangen ist, habe ich ihr einen Song geschrieben. „Magdalena“ ist meine Frau – das ist auch der erste Song von mir, der ihr wirklich gefällt.“

X-Act: „Mit „Put me down“ und „Reign on, Queen of Mountains“ sind im Vorfeld bereits zwei Singles erschienen. Kannst Du unseren Lesern diese und weitere Songs Deines neuen Albums vorstellen?“
Prinz Grizzley: „Wie gesagt sind die Texte zu den Songs aus den verschiedenen Perspektiven meiner Oma und meines Opas. Bei einem Song, nämlich „The Calling“ hatte ich zuerst lange Zeit einen Cover-Song von Ralph Stanley, nämlich „Bright Morning Star“. Das Lied hat mich schon immer fasziniert, wir haben es aber nicht so hingebracht, wie ich mir es vorgestellt habe, daher habe ich dann selbst einen Song geschrieben. Bei „Put me down“, der ersten Single hat Pia Berchtold, die für mich die Videos dreht, gesagt, dass sie für diesen Film schon eine Idee hätte. Die zweite Single „Reign on, Queen of Mountains“ ist eine uptempo Nummer, sicher der schnellste Song auf dem Album. „Tilda“ ist ein Konzeptalbum, deshalb wollte ich ursprünglich keine Single auskoppeln, aber in der heutigen Zeit, brauchst Du einfach auch Singles, um das Album zu promoten.“
X-Act: „Darf ich noch einmal zurück kommen zu Deinem Album „To My Green Mountains Home“. Das Album wurde im Juni 2020 veröffentlicht. Wie hat sich das auf die Promotion des Albums ausgewirkt? Sind die Songs dieses Albums aufgrund der Pandemie zu kurz gekommen oder hattest Du Gelegenheit, diese zu einem späteren Zeitpunkt ausreichend live vorzustellen?“
Prinz Grizzley: „Ich glaube schon, dass die Songs des Albums dadurch etwas zu kurz gekommen sind. Es sind wirklich tolle Songs auf „To My Green Mountains Home“. Ich hatte ja ca 50 Songs für dieses Album geschrieben. Mit dem Produzenten haben wir dann fünfzehn Songs ausgesucht. Die Tour für 2020 war ja auch schon geplant, neben einigen Festivals hätten wir auch mehrere Konzerte in Schweden gespielt. Ich habe kurz überlegt, die Veröffentlichung des Albums zu verschieben, aber wir haben uns dann doch anders entschieden.“

X-Act: „Dein letztes Album heißt „Dear Leftovers“ – worauf bezieht sich der Albumtitel? Sind das Songs, die zugleich mit den Aufnahmen zum vorherigen Album entstanden sind – Überbleibsel sozusagen?“
Prinz Grizzley (lacht): „Du bist der erste der diese Verbindung herstellt. Es ist aber tatsächlich so, dass wir einige Songs aus diesen Sessions verwendet haben. Wir wollten aber nach dieser Zeit unbedingt ein neues Album herausbringen. Ich habe vier, fünf neue Songs geschrieben, wir haben die Songs dann mit der Band eingespielt und „Dear Leftovers“ herausgebracht.“
X-Act: „Du bist in den letzten Jahren auf vielen internationalen Festivals aufgetreten (SXSW in Austin, Americana Fest in Nashville), unter anderem auch auf dem Montreux Jazz Festival. Wie ist es dazu gekommen?“
Prinz Grizzley: „Ja, das war schon ein Ritterschlag. Zwei der Beargaroos kommen ja auch aus der Jazz-Ecke. Aber das ist so gelaufen: Ich habe jahrelang an die offiziell Mailadresse geschrieben und mich beworben. Als wir für dann für das Festival die Zusage erhalten haben, bin ich drei Tage mit einem Grinsen Gesicht herum gelaufen.“
X-Act: „Im September präsentierst Du ja „Tilda“ in Dornbirn. Für 2027 ist bereits ein Auftritt in Zürich angekündigt. Sind auch Konzerte in Österreich geplant?“
Prinz Grizzley: „In Österreich spielen wir nächstes Jahr leider nicht. Aber wir sind in in München, Mailand oder Zürich schneller als in Wien. Nachdem ich alles selber mache, also auch das Booking, ist das sehr zeitintensiv. Die bereits geplanten Konzerttermine findet Ihr aber immer auf meiner Homepage.“
X-Act: „Dann wünschen wir Dir viel Erfolg mit Deinen neuen Songs. Wir werden uns sicher demnächst bei einem Deiner Konzerte sehen.“

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