Am 20.02.2026 spielten die beiden Bands gemeinsam mit Sevendust im Münchener Zenith – Gonzo Gonzito Gonzales war dabei.
Obwohl ich Alter Bridge bereits dreimal live erleben durfte, wollte ich sie auf dieser Tour gemeinsam mit Daughtry noch einmal sehen. Und da mein Bruder Harald mich auf Alter Bridge gebracht hatte, habe ich ihn anlässlich seines Geburtstages auf dieses Konzert eingeladen. Nun kamen wir um ca. 19 Uhr 30, an diesem nasskalten Wintertag ins Zenith, und siehe da: auf der Bühne spielte gerade die erste Band ihre letzten beiden Songs.
Sevendust, eine US Metalband aus Atlanta, die es schon seit 1994 … damals unter dem Namen Rumblefish gibt, und die bereits 14 Alben veröffentlicht hat, aber bei uns nie wirklich bekannt wurde. Der Sound war ein einziger Geräuschbrei und wir mussten ohnehin erst zur Garderobe und ein Bierchen ausfassen.
Während der Pause versuchten wir so weit als möglich nach vorne zu kommen. Das heutige Konzert war ausverkauft und die Halle brechend voll. Doch bald war Schluss mit dem Vorwärtskommen. Vorne, hinter einer doppelten Absperrung, kamen nur jene, die bereits ein rotes Bändchen hatten – und dafür musste man womöglich vier Stunden vor Konzertbeginn schon hier sein – also rein in die Menge, möglichst zur Mitte und ohne einen Goliath vor uns – das war nicht gerade einfach einen passenden Platz zu finden.

Dann ein bombastisches Intro zum Gig von Daughtry – eine Band rund um das Gesangstalent Chris Daughtry, der durch seine Teilnahme bei American Idol bekannt wurde, und seit 2006 mit seiner Band, vor allem in den USA zum Rockstar wurde. Die Ausnahmestimme von Chris Daughtry ist das Markenzeichen der Band, doch heute geht auch seine ausgezeichnete Stimme im Soundbrei der Band unter. Obendrein kommen heute zu viele Balladen und Popgesülze von der Bühne – das Echo wird exzessiv eingesetzt und es kommt keine echte Stimmung auf. Das Manko dieses Megasängers ist wohl, dass er sich nicht richtig festlegt, ob er sülzigen Pop oder echten Rock spielen will. Dabei hätte diese Band so megageile Rocknummern im Repertoire, aber die kommen heute einfach nicht. Schade, denn so bleibt der Gig im Mittelmaß hängen und Daughtry war für mich eine echte Enttäuschung als Live-Act.

Und dann als Headliner Alter Bridge – Ich kann mich noch erinnern, wie begeistert ich war, als ich diese Band zum ersten Mal live erleben durfte – dieser kraftvolle Sound, diese Ausnahmestimme von Myes Kennedy. Ich war ein Fan vom ersten Moment an. Vor allem Myles Kennedy war es, der mich begeisterte – auch auf seiner Solo-Tour mit den Conspirators oder als Leadsänger von Slash. Nie zuvor hatte ich die Songs von Guns & Roses besser gehört. Auch heute wieder eine Megastimme und eine Megaband – aber und das ist das Manko dieses Konzerts heute – mit einem grauenhaften Sound. Der Sound in dieser Fabrikshalle ist ein echter Horror – viel zu basslastig, zu wenig Mitten – ein Trauerspiel. Und so ist mir bereits nach wenigen Songs die Lust auf diesen Gig vergangen – obendrein schwitze ich in diesem übervollen Hexenkessel wie in einer Sauna und vor mit steht ein Zwei-Meter-Riegel – und ich warte nur darauf, dass dieser Spuk ein Ende hat.
Noch vor den Zugaben sind wir weg und ich schwöre mir, dass ich nie wieder ein Konzert in dieser ungeeigneten Halle erleben werde. Music is my life – aber das Business macht es uns Fans wirklich schwer.

Fotos und Text: Gonzo Gonzito Gonzales





