Mit ihrem neuen Album „Retourkutsche“ liefern Metternich genau das, was man in Zeiten von musikalischer Schnelllebigkeit, künstlichem Glanz und austauschbaren Sekundenhymnen beinahe nicht mehr erwartet: echte Rockmusik. Handgemacht, unverfälscht und mit genug Wiener Schmäh, ums selbst einem grantigen Fiakerfahrer ein Schmunzeln abzuringen.
Der Titel ist dabei Programm. Eine Retourkutsche ist die elegante Antwort auf einen Angriff – manchmal charmant, manchmal scharf, aber immer mit Stil. Metternich antworten auf eine Welt, die immer schneller, künstlicher und beliebiger wird, mit Gitarren statt Algorithmen, Charakter statt Kalkül und Songs, die nicht nur ins Ohr, sondern gelegentlich auch unter die Haut gehen.
Inhaltlich führt die „Retourkutsche“ mitten durch den Wiener Alltag: durch persönliche Geschichten, kleine Absurditäten, grantige Beobachtungen und große Sehnsüchte. Da wird das Kindheitstrauma Blockflötenunterricht aufgearbeitet, in dunklen Grätzeln lauert das Unheimliche, und mit „Zeit fia mi“ wird die Suche nach Freiheit, Selbstbestimmung und einem Moment Ruhe zur Hymne für alle, denen der Alltag manchmal zu laut wird.
Wer hier Nostalgie vermutet, sitzt auf dem falschen Wagen. Metternich blicken nicht einfach zurück, sondern holen das Beste von Gestern ins Heute: klare Melodien, kraftvolle Riffs, präzises Zusammenspiel und Texte, in denen Wiener Witz und Tiefgang keine Gegensätze sind.

„Retourkutsche“ ist ein musikalischer Konter. Charmant. Laut. Wienerisch. Und mit Stil, wie es sich für Metternich gehört. Steigen Sie ein. Die Kutsche wartet nicht. (Text und Fotos: Metternich)
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