Atomic Breath im Prometheus Keller Innsbruck – Lucy_unleashed war dabei

Kaiju-Metal aus Innsbruck mit Druck, Dynamik und Live – Wucht. Von Lucy_unleashed

Wer Atomic Breath bisher noch nicht auf dem Radar hatte, bekam am Freitag, 20.02.2026 im Prometheus Keller Innsbruck eine ziemlich klare Ansage, warum sich das ändern sollte.

Die 2022 von Georg Deutschmann und Felix Aschauer gegründete Kaiju-Metal/Groove Metal Band aus Innsbruck / Tirol verbindet schwere Gitarren mit Einflüssen aus Thrash- und Death-Metal – und genau diese Mischung entfaltet live eine besondere Wucht. Spätestens seit ihrem Release, dem Full-length-Debüt „Atomic Breath“ (01.03.2024) ist klar: Diese Band setzt nicht auf bloße Härte, sondern auf Druck mit Struktur und eigene Handschrift.

Im Prometheus Keller traf dieser Sound auf die perfekte Umgebung: ein enger, direkter Clubraum, in dem Musik nicht nur gehört, sondern körperlich erlebt wird. Keine Distanz, kein unnötiger Filter – nur Band, Publikum und Resonanz.

Und dann war da noch die Luft selbst: dieser unverwechselbare Kellerclub-Geruch – modrig-süß, fast verwesungsnah, gemischt mit Schweiß, Bier und dem synthetischen Atem der Nebelmaschine. Nichts daran war geschniegelt, nichts neutral. Genau diese olfaktorische Dichte machte den Abend so körperlich: Man hörte Atomic Breath nicht nur – man stand mitten in ihrem Resonanzraum.

Schon ab den ersten Minuten war klar: Das wird kein Set zum gemütlichen Nebenbei-Getränk. Die Band spielte fokussiert, präsent und mit einer Energie, die nicht nach Routine aussah, sondern nach echtem Live-Instinkt. Was besonders hängen blieb, war die Dynamik: viel Vorwärtsdruck, aber nie stumpf – eher wie ein gezielt aufgebauter Spannungsbogen mit wiederkehrenden Einschlägen. Spätestens bei „Coffin Nails“ war der Keller endgültig in der Hand der Band.

Der Prometheus Keller wurde an diesem Abend zum idealen Resonanzraum für Atomic Breath: roh genug für den Punch, nah genug für Intensität, ehrlich genug für alles was die Band auf die Bühne brachte. Und irgendwann war da dieses schöne verschwitzte Club-Paradox: Der Schweiß von mindestens acht Leuten klebte an mir – wie ein Stempel des Abends itself. Genau so muss sich ein echter Keller-Gig anfühlen, wenn er nicht nur laut war, sondern lebendig.

Atomic Breath

  • Herkunft: Innsbruck / Tirol / Österreich
  • Gründung 2022 – von Georg Deutschmann & Felix Aschauer
  • Genre: Kaiju-Metal (mit Groove-/Neo-Thrash/Death Metal Einflüssen
  • Erster Release: „Atomic Breath“ (Full-length-Album, 01.03.2024)
  • Besetzung:
  • Felix Aschauer – Schlagzeug
  • Georg Deutschmann – Gitarre
  • Martin Götsch – Bass
  • Anton Leis – Gesang

Setlist – Atomic Breath (Prometheus Keller, Innsbruck)

  • Stella Nova
  • At the Gates of Troy
  • Coffin Nails
  • Another World is Calling
  • Acolyte
  • Isengard
  • Vater unser

Song Momente (Lucy_unleashed Vibe)

„Stella Nova“ – Ein Opener mit Signalwirkung: nicht vorsichtig, sondern direkt mit Zug. Wie ein Startschuss mit Nachglühen.

„At the Gates of Troy“ – Großes Bild, schwere Tore, Vorwärtsdrang. Der Titel bringt episches Kopfkino mit – live bekam er im Keller die nötige Schmutzkante.

„Coffin Nails“ – der Track, der mir an dem Abend besonders taugte. Dunkel, direkt, kompromisslos – und mit genau dieser Art von Zug, die sich sofort im Körper festsetzt. Dazu kommt noch ein starkes Detail aus der Bandgeschichte. „Coffin Nails“ war der erste Song, den Atomic Breath gemeinsam komponiert haben. Vielleicht spürt man genau deshalb diese besondere Geschlossenheit darin.

„Another world is calling“ – Ein starker Kontrastmoment im Set: Aufbruchsstimmung, Schwelle, Sog. genau solche Tracks geben Härte, Tiefe.

„Acolyte“ – Rituell aufgeladen, konzentriert, fast beschwörend. Im Clubsetting besonders intensiv.

„Isengard“ – Atmosphäre pur. Ein Titel, der sofort Bilder erzeugt – und im Keller zeigt, dass große Räume nicht nötig sind, wenn die Musik sie baut.

„Vater unser“ – Ein spätes Set-Statement mit Gewicht. Kulturell aufgeladen, symbolisch stark – und genau deshalb ein wirkungsvoller Abschluss.

Ein Interview mit Atomic Breath folgt nach ihrem nächsten Auftritt am 28.02. in der Kulturweberei Telfs. Mit dabei sind die Innsbrucker Band Face the Downfall sowie die Wiener Veritate.

Es wird dabei nicht nur um den aktuellen Sound und die nächsten Schritte der Band gehen, sondern auch um spannende Geschichten aus der Szene. Eine davon ist ein sehr persönlicher Moment: das Wiedersehen mit Martin Götsch nach rund 15 Jahren – wir kannten uns noch aus einer seiner früheren Bands – Lydia`s Nightmare.

Fortsetzung folgt – und manchmal ist genau das das Schöne an der Szene: Manche Bands entdeckt man neu – manche Menschen trifft man wieder – wenn die Zeit reif ist.

Fazit – Atomic Breath haben im Prometheus Keller in Innsbruck gezeigt, warum man sie auf dem Zettel haben sollte: schwere Riffs, klare Kante, starke Live-Präsenz und ein Sound der seine Wurzeln kennt, ohne beliebig zu wirken.

Ein Abend der bewiesen hat, dass sich lokale Szene und internationale Intensität nicht ausschließen. Im Gegenteil: genau in solchen Kellern entsteht oft das, was später größer wird.

Lucy_unleashed – Fotos und Text